31 Dezember 2023

Herr, Gott des Lebens, wie oft haben wir uns in diesem Jahr in der Realität wie auf einem Drahtseil über dem Abgrund bewegt, mit dem Glauben an eine Verheißung als einzigem Halt für unsere Schritte, die wir in der Tiefe unseres Ohres gehört haben, während Kriege und Ungerechtigkeiten unsere Welt immer wieder erschüttern? Wie oft hat sich inmitten der Bedrohung ein ungeahnter Raum geöffnet, ein Raum, in dem das Lieben, das Schaffen und das Knüpfen von Beziehungen noch möglich ist?

Dein Kommen in unser Fleisch, Herr, hat weder Frieden noch Gerechtigkeit auf unserer Erde geschaffen. Du hast das Böse nicht beseitigt, du schützt uns nicht vor Schmerz, aber du öffnest uns den Weg zu einer anderen Fülle. Die der Zärtlichkeit, die uns das Leben lieben lässt, selbst wenn wir es nicht verstehen, selbst wenn das Tragische oder das Absurde die Oberhand zu gewinnen scheint.

Für diesen Blick, der uns durch das Gesicht des Immanuel erreicht und der uns daran erinnert, dass wir alle unweigerlich deinem Leben versprochen sind, Vater, danken wir dir heute Abend und bis zum letzten Tag.